95. Geburtstag vom Klara Renner

95. Geburtstag vom Klara Renner

Von Norbert Weis

Geistig fit und noch vielseitig interessiert, so zeigte sich Klara Renner in Illschwang bei ihrem 95. Geburtstag. Allerdings ist sie, auf Grund ihres stark eingeschränkten Gehvermögens, auf Rollator und Rollstuhl angewiesen.

Sieben Tage in der Woche kommt die ökumenische Sozialstation Sulzbach-Rosenberg zur hygienischen Grundversorgung. Sie ist mit der Betreuung durch das Personal sehr zufrieden. Den Rest des Tages kümmert sich Sohn Erich, der mit im Haus wohnt, liebevoll um seine Mutter. Die Glückwünsche der Gemeinde und einen Gutschein überbrachte der 1.Bürgermeister Dieter Dehling. Als Geschenk des Landkreises hatte er ein Badetuch und die Landkreismedaille in Silber dabei.

Klara Renner kam am 12.August 1931 in der Kleinstadt Rydultau in Oberschlesien zur Welt. Sie war die Drittälteste von vier Geschwistern. Während der Vater im Steinkohleabbau in Gleiwitz arbeitete, kümmerte sich die Mutter um die Erziehung der Kinder. 1936 fiel die Entscheidung für die deutsche und nicht für die polnische Staatsbürgerschaft. Ausschlaggebend war, dass die Verwandtschaft beider Elternteile Deutsch sprach.

Von Rydultau ging es nach Sulzbach-Rosenberg in die Siedlung am Feuerhof Der Vater arbeitete in der Maxhütte. Als Klara 13 war, starb ihre Mutter. Die Kinder mussten den Haushalt führen. Ab 1948 war das Geburtstagskind in einem Haushalt fest angestellt. 1953 heiratete Klara Urbansky Erich Renner. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor. Acht Enkel gratulierten zum Geburtstag. Ihr Ehemann übernahm beim pharmazeutischen Großhandel GEHE in Nürnberg die Leitung des Fuhrparks. Klara bekam dort eine Stelle als Kantinenleiterin. Das Unternehmen stellte eine Wohnung zur Verfügung. 1991 ging sie in Rente. Die beiden zogen in eine Einliegerwohnung eines neuen Hauses, welches Sohn Erich in Illschwang gebaut hatte. Sie fühlten sich hier sehr wohl. Ein Einschnitt bedeutete 1998 der Tod ihres Ehemanns.

Gottesdienste im Fernsehen verfolgt sie regelmäßig, wobei sie als Katholikin auch für Evangelische total offen ist. Das Lesen der Tageszeitung und das Lösen von Kreuzworträtseln bereitet ihr noch Freude. Früher war sie oft bei mehrtägigen Busreisen mit dabei. Nun verfolgt sie noch interessiert, wenn im Fernsehen etwas über die früheren Reiseziele kommt. In ihrem Herzen ist sie großer Fan des FC Bayern. Die Spiele der WM verfolgte sie aufmerksam. Durch die starke Gehbehinderung kann sie nicht mehr auf die Terrasse. Den früheren Plausch, wenn jemand vorbeikam, vermisst sie schon stark.