Neue Infotafeln zu den Naturdenkmälern auf der Hainsburg bei Illschwang

Neue Infotafeln zu den Naturdenkmälern auf der Hainsburg bei Illschwang

Von Norbert Weis

Die Hainsburg, ein südlich von Illschwang gelegenes Felsmassiv, weckt vor allem, wegen seiner Naturdenkmäler, das besondere Interesse von Wanderern. Zwei Illschwanger haben dafür gesorgt, dass dort neue Infotafeln angebracht wurden.

Diese sollen helfen, dass alle, die sich für diese Denkmäler interessieren, auch ohne eine offizielle Führung, bestens mit Informationen versorgt werden und sie Hintergründe zum religiösen Bezug und zur kulturhistorischen Bedeutung erhalten. Karl Burger und Richard Koller, die Hauptinitiatoren des Projekts, trafen sich, gemeinsam mit Bürgermeister Dieter Dehling im Rathaus, mit Oberpfalzmedien, zu einem Pressegespräch.

 In der Gemeinde Illschwang weckt der Wanderweg Nummer 8 besonderes Interesse. Auf der Hainsburg kommen alle, die dort unterwegs sind, an besonderen Naturdenkmälern vorbei. Es handelt sich um eine rund fünf Kilometer lange Rundtour, welche in eineinhalb bis zwei Stunden zu bewältigen ist. Ideale Ausgangspunkte sind der Festplatz beim Feuerwehrhaus oder der Dorfplatz Die Strecke führt durch herrliche Mischwälder, mit leichtem Anspruchsniveau. Dazu passt die Äußerung der Initiatoren: „Immer wieder sieht man Familien, mit auch kleineren Kindern, für die das Wandern auf der Hainsburg ein tolles Erlebnis ist.“

Karl Burger kam darauf zu sprechen, wie es überhaupt zur Idee der Aufstellung der Infotafeln kam. Es hat etwas, mit der Freundschaft zwischen dem AS St. Piat und dem SV Illschwang zu tun. Die enge deutsch-französische Verbindung besteht seit fast 40 Jahren. Alle zwei Jahre finden Gegenbesuche statt. Bei Besuchen in Illschwang standen in den ersten Jahren unter anderem Tagesfahrten, zum Beispiel nach Regensburg oder Bamberg auf dem Programm. Burger, von Anfang an bei den Begegnungen mit dabei, machte sich dafür stark, den Franzosen die Besonderheiten der Umgebung nahe zu bringen. Die Hainsburg, mit ihren Besonderheiten, war als Ziel bestens geeignet. Gemeinsam mit einem Franzosen, der in Illschwang wohnt, entstand ein, in Französisch verfasster Wanderführer, mit Wanderweg Nr.8 als Schwerpunkt, der beim Besuch der Gäste aus St. Piat großen Anklang fand.

Gemeinsam mit dem Ortsheimatpfleger Richard Koller entschloss sich Karl Burger für die Naturdenkmäler Infotafeln zu schaffen, um den Wanderern die Möglichkeit zu bieten, Genaueres über die kulturhistorischen Besonderheiten zu erfahren. Bei Bürgermeister Dieter Dehling fanden sie ein offenes Ohr. Auf der Basis eines Flyers, den es im Rathaus zum Mitnehmen gibt, erstellt von Karl Burger, entstanden die Texte für diese Tafeln.

 Erste Informationen, auf der Rundtour gibt es gleich, auf der ersten Tafel, am Dorfplatz, neben dem Buswartehäuschen. Dort erfährt man etwas von den Anfängen der Besiedlung Illschwangs. Auf einer Zeittafel sind wichtige Stationen der Geschichte des Ortes festgehalten. Über die Teufelskanzel. zu der es auch eine Sage über die Missionierung der Gegend gibt, erfährt der Wanderer, Hinweise auf den Bau der ersten Kirche. Diese Sage vom heiligen Mann, der den Heiden das Christentum brachte, ist auf der Empore der Pfarrkirche bildhaft dargestellt. Um die Kirche herum wurde zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert der Ort Illschwang angelegt. Der Name „Bettelküche“, ein weiteres Naturdenkmal, stammt aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit. Es war ein Ort, an dem die armen Leute, die herumzogen, Halt machten. Zu sehen ist am Eingang eine Öffnung, die als Rauchabzug der Küche diente.

Die Wanderer kommen am Bildbaum vorbei. Es zeigt Maria mit dem Jesuskind. Das stark verbleichte Bild wurde 1989 und 2012, im Auftrag des Gartenbauvereins Illschwang, neu gestaltet. Der Forstbeamte Albert von Hahn auf Weyern, er war 30 Jahre Forstmeister in Illschwang, hatte 1832 das erste Bild gestiftet. Beim Kalmusfelsen, der nächsten Besonderheit, handelt es sich um eine imposante Felsenlandschaft. Der Name kommt von der, aus Asien stammenden, Kalmuspflanze. Sie wurde im16.Jahrhundert in Europa heimisch. Die Pflanze findet in der Medizin Verwendung. Der Forstbeamte Albert von Hahn auf Weyern, bereits beim Bildbaum erwähnt, hat am Fuß des Felsens eine kleine Plantage angelegt und Schnaps gebrannt. In früheren Zeiten zogen sich die Anwohner, bei Gefahr, auf den Kalmusfelsen zurück. An der flachen Seite war ein Wall mit Graben errichtet.

Auf der Tafel beim Osterloch erfahren die Wanderer, dass solche Höhlen vor 150 bis 130 Millionen Jahren in der Fränkischen Alb entstanden sind. Der Eingang zur Höhle ist heutzutage nur in gebückter Haltung zu betreten. Sie ist bis zu 30 Meter lang, bis zu 18 Meter breit und bis zu 6 Meter hoch. Durch das Sickerwasser ist das Osterloch eine Tropfsteinhöhle. Mit Fantasie kann man darin das eine oder andere Gebilde erkennen. Es darf, wegen der Winterruhe der Fledermäuse, in der Zeit vom 1. Oktober bis 30. April nicht betreten werden. Oberhalb der Osterhöhle befand sich, neben dem Kalmusfelsen, eine zweite Fliehburg auf der Hainsburg. Auf der, der Osterhöhle gegenüberliegenden Seite, sieht man mehrere kleine Auswaschungshöhlen, im Volksmund „Schwarzer Mann“ genannt.

 Nachdem Karl Burger und Richard Koller die Texte für die verschiedenen Denkmäler fertiggestellt hatten, ging es um die grafische Gestaltung, damit die Infotafeln ihre optische Wirkung auf die interessierten Wanderer nicht verfehlen. Unterstützung bekamen sie dabei von Werner Gleißner, der über langjährige berufliche Erfahrung, auf diesem Gebiet verfügt. Er übernahm auch den Druck der Vorlagen. Nachdem die beiden Initiatoren den geeigneten Platz für die Infotafeln gefunden hatten, war es Manfred Luber, Gemeindearbeiter beim örtlichen Bauhof, der beim Befestigen hilfreich zur Seite stand. Bürgermeister Dieter Dehling dankte Karl Burger und Richard Koller für ihr Engagement. Er betonte: “ Durch die neuen Infotafeln erfahren die Naturdenkmäler eine zusätzliche Aufwertung. Alle, die dort wandern, erhalten interessante kulturhistorische Informationen.“