14 Aug. Thomas Huber aus Frankenhof stellt aus Butzenglasscheiben farbenprächtige Gartenstelen her
Von Norbert Weis
Ein außergewöhnliches Hobby: Thomas Huber aus Frankenhof stellt aus Butzenglasscheiben farbenprächtige Gartenstelen her
Das Leben ist für Schönes da“ – unter diesem Motto haben Thomas und Pia Huber in Frankenhof ein außergewöhnliches Hobby entdeckt. Der gelernte Landmaschinenmechaniker fertigt aus mundgeblasenem Butzenglas farbenprächtige Gartenstelen.
Wenn man den Garten von Thomas und Pia Huber in der Gemeinde Illschwang betritt, wird man sofort von dieser besonderen Gartenkunst in den Bann gezogen. Überall befinden sich Unikate. Durch die Sonneneinstrahlung spiegeln sich die Handwerksstücke in jeweils unterschiedlichen Farben. Tom und Pia warten schon vor dem Haus, um im Gespräch mit Oberpfalz-Medien von ihrer neuen Leidenschaft zu erzählen. Während Thomas für das Erstellen der Gartenstelen zuständig ist, ist Pia die starke Frau an seiner Seite und unterstützt ihn. Pia hat im Laufe der Jahre einen geschulten Blick für die von Tom gefertigten Butzenglasstelen entwickelt. Beim Besuch von Oberpfalz-Medien achtet sie genauestens auf die Anordnung der Stelen im Anemonenbeet.
Wie es mit dem Hobby angefangen hat, erzählen die beiden zu Beginn des Gesprächs. Tom und Pia sind in der schönen Jahreszeit gern auf Flohmärkten unterwegs. Dabei interessieren sie sich für die unterschiedlichsten Sachen. Vor etwa 10 Jahren fiel ihnen, auf einem dieser Flohmärkte, eine Kiste auf, die mit Butzenglasscheiben gefüllt war. Pia sagte zu ihrem Mann: „Tom, mach‘ was draus.“ Das war das Startsignal für das neue Hobby.
Von Tom kam die Idee, aus Butzenglasscheiben Stelen für den Garten herzustellen, um den Beeten eine besondere Note zu verleihen. Er begann zu überlegen, wie er das Ganze überhaupt angehen sollte. Pia holte sich Informationen über die Glasform. Verschiedene historische Handwerkstechniken spielen bei der Herstellung eine Rolle. Früher wurde es oft in Kirchenfenstern verbaut, was den Gotteshäusern besondere Farbeffekte verlieh. Vintage-Gläser wurden in Handarbeit in maßgefertigte wetterfeste Stahlrahmen eingearbeitet und verschweißt. Unter Vintage versteht man Produkte aus vergangenen Zeiten, die ein gewisses Alter haben. Ein wichtiger Aspekt ist die Einzigartigkeit und Qualität der Produkte.
Das Butzenglas, das Tom verwendet, stammt aus den alten Glashütten. Fast 80 Prozent des Materials in Frankenhof aus der Glashütte in Waldsassen. Jedes Stück ist einmalig und mundgeblasen. Tom und Pia haben die Scheiben von den alten Glasern oder deren Kinder erworben. Größtenteils stammt das von Tom verwendete Glas aus der Zeit zwischen 1950 und 1970. Beim Erwerb wollten die Glaser immer wissen, was die Hubers damit machen. Sie konnten es so an die beiden Interessenten guten Gewissens veräußern.
Tom erzählte: „Die ersten Versuche, Gartenstelen herzustellen, waren nicht von Erfolg gekrönt. Mit Holz und Klebstoff hatten das Glas keinen Halt.“ Er musste sich etwas anderes einfallen lassen. Seine gut ausgestattete Werkstatt wurde zum idealen Betätigungsfeld. Sein handwerkliches Geschick kam ihm zugute. Das funktionierende Zusammenspiel von Metall und Glas wurde zu einer großen Herausforderung. Die Scheiben mussten in die vorgefertigten Metallringe passen. Die Ringe wurden vor der Verwendung abgeschliffen und gesäubert. Damit das Butzenglas darin einen festen Halt hat, verwendet Tom kleine Blättchen. Mit einem Schweißgerät wird das Glas im Rahmen befestigt. „Dies erfordert viel Fingerspitzengefühl,“ merkt er an. „Ich habe nie gedacht, dass ich einmal Butzenglas verarbeite,“ fügt er noch hinzu. Damit die Kunstwerke im Garten gut verankert werden können, schweißt er an die Glasstelen zwei Metallstäbe.
Im Garten in Frankenhof können ständig wechselnd rund 100 Stelen besichtigt werden. Im Laufe der Jahre wurden unzählige Farben verarbeitet. Ein besonderer Blickfang ist die Regenbogengalerie mit verschiedensten Farbeffekten. Im Mai diesen Jahres konnten sich viele Besucher an einem speziellen Ausstellungstag davon selbst ein Bild machen. Eine Wiederholung ist für den Mai 2027 geplant. Pia meinte am Schluss des Gesprächs: „ Für uns beide ist dieses Hobby inzwischen zu einer Leidenschaft geworden.“ Wer mehr über Tom und Pia erfahren will, kann sich über Google oder Instagram informieren oder selbst persönlich Kontakt aufnehmen.




