31 Juli Umfassende Sanierung des Freibads in Illschwang frühestens erst 2027 möglich
Von Norbert Weis
Über 50 Jahre haben ihre Spuren hinterlassen. Das Freibad in Illschwang ist dringend sanierungsbedürftig. Der Gemeinderat hat die Weichen dafür gestellt, doch ohne die feste Zusage von Staatsmitteln kann nicht begonnen werden.
Bei einem Rundgang durch die Freizeiteinrichtung, mit Bademeister Stefan Behringer, konnte sich Oberpfalzmedien selbst ein Bild vom Gesamtzustand machen. Das Herz des Freibads ist das Gebäude, direkt am Schwimmerbecken mit den wichtigsten technischen Einrichtungen, welche für den Betrieb unerlässlich sind. Generell, so Behringer, lässt sich sagen, dass sich dort alles in einem ziemlich maroden Zustand befindet. Dies betrifft die Filteranlage genauso wie den Schaltkasten, wo sämtliche Elektrik gesteuert wird, bis zu den Rohrbögen, wo sich der Rost teilweise schon ziemlich stark angesetzt hat. In der Filteranlage befinden sich noch die Teile, die aus der Neubauphase des Freibads in den siebziger Jahren stammen. Auch die im Boden verlaufenden Zu- und Rücklaufleitungen bedürfen, so Behringer, dringend der Erneuerung.
Die entscheidenden Problemstellen sind für die Badegäste nicht zu sehen, weil der Zugang nur für den Bademeister erlaubt, doch auch im, für jedermann einsehbaren Bereich, wären dringend Änderungen wünschenswert. Dies betrifft zum Beispiel den Bereich der Umkleidekabinen, samt sich daneben befindlichen Schließfächern und die WC-Anlagen. Das Pflaster im gesamten Bereich der beiden Schwimmbecken ist sehr rau und kann leicht zu Verletzungen führen. Die Überlaufrinnen zu den Becken sind teilweise undicht, dies führt zu einem Wasserverlust. Die Betonrinne zwischen Pflaster und Becken ist an etlichen Stellen bereits rissig. Jedes Jahr, so Behringer, müssen abgefallene Fliesen in den beiden Becken erneuert werden, wobei die diesbezüglichen Maßnahmen, von Jahr zu Jahr mehr werden. Der Bademeister meinte zur Gesamtlage: „Der Blick auf die Freibadeinrichtung sei nach wie vor optisch gut, allerdings gebe es zahlreiche Bereiche, wo durch eine Sanierung Entscheidendes verbessert werden würde.“
Der Rundgang durch das Freibad war für Oberpfalzmedien die Grundlage für ein Gespräch mit Bürgermeister Dieter Dehling zur schwierigen Sanierungssituation. Schon unter dem damaligen Bürgermeister Hans Pickel erkannte die Gemeinde Illschwang, vor ca. 15 Jahren, die Notwendigkeit, konkrete Maßnahme zum Erhalt des Freibades und zur Modernisierung in die Wege zu leiten. Von Stefan Behringer war der Gemeinderat auf die zunehmenden Probleme hingewiesen worden. Es gab immer wieder Anfragen an die Abgeordneten aus Land und Bund, wie es konkret mit staatlichen Fördermöglichkeiten aussieht. Erst 2023 tat sich etwas Konkretes. Der Freistaat Bayern hatte sich zu einem Förderprogramm durchgerungen, wobei der Schwerpunkt auf der Förderung des Schwimmens an den Schulen lag. Bereits seit einigen Jahren gibt es vom Bund ein Programm zur Förderung kommunaler Sportstätten. Die Gemeinde reichte für beide Möglichkeiten Förderanträge ein. Bürgermeister Dieter Dehling hofft, dass es aus beiden Töpfen finanzielle Unterstützung durch die Freibadsanierung gibt.
2026 wurde man enttäuscht, Für das Projekt gab es sowohl vom Land, wie auch vom Bund Absagen. Der Gemeinderat beschloss für nächstes Jahr erneut entsprechende Anträge zu stellen. „Gerade die, im Vorfeld, in Aussicht gestellte Förderung von 58 Prozent wäre für Illschwang ein gewaltiger Anteil zur Finanzierung der Maßnahme gewesen. “ Wenn es dann auch noch eine Förderung vom Bund gibt, bedeutet dies, dass die benötigten Eigenmittel nicht zu hoch ausfallen,“ meinte der Bürgermeister.
Bei einem Besuch in Illschwang äußerte die Bundestagsabgeordnete Susanne Hierl Verständnis für das Anliegen. Sie sah auch die Dringlichkeit der Maßnahme. Hierl sagte zu, sich in den entsprechenden Ausschüssen, welche darüber zu entscheiden habe, dafür einzusetzen, dass es für die Sanierung des Freibads eine finanzielle Förderung gibt. Auch MdL Harald Schwartz nahm dazu Stellung, dass es für das Projekt 2026 keine Mittelzuweisung vom Freistaat Bayern gab. In dieser Angelegenheit hatte er schon engen Kontakt zum zuständigen Bauminister Christian Bernreiter und den Förderstellen. Er bedauerte, dass für dieses Jahr nur 20 Millionen € im Fördertopf waren, es aber eine Vielzahl von Anträgen gab. Allein Illschwang hätte vier Millionen € bekommen sollen. Aufgrund dieser Sachlage konnte Illschwang 2026 nicht zum Zuge kommen. Schwartz zeigte sich aber zuversichtlich, dass im Doppelhaushalt 2027/28 die Mittel zugewiesen werden können. Dann stünde einem vorzeitigen Baubeginn nichts mehr im Wege. Der Landtagsabgeordnete zeigte Verständnis für die Dringlichkeit der Maßnahme.
Für die Gesamtmaßnahme gibt es eine genaue Kostenschätzung, welche bei ca. 8 Millionen Euro liegt. Grundlage der Zahlen sind konkrete, detaillierte Pläne, welche von einem Architekturbüro aus Kulmbach, im Auftrag der Gemeinde, erstellt wurden. Bürgermeister Dehling gab, in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass seit 2024 (Jahr der Kostenermittlung) die zu erwartenden Ausgaben, im Bausektor, weiter gestiegen sind und somit beiden Gesamtkosten acht Millionen nicht mehr ausreichen.
In einem Ausblick zeigte Dehling Wege auf, wie es mit der Freibadsanierung weitergehen könnte, wenn die Gemeinde auch 2027 keine Staatsmittel erhält. Die Weichen dafür werden bei einer Klausurtagung des Gemeinderats im November gestellt. Eines machte der Bürgermeister deutlich: „Der gesamte Gemeinderat steht auch dann geschlossen, hinter der Durchführung der Sanierung. Eine Schließung des Freibads ist absolut kein Thema.“ In einem solchen Fall wären Rückbaukosten von ca. 2,8 Millionen € aufzubringen. Dies besagt eine vertragliche Vereinbarung mit der katholischen Pfründestelle Illschwang als Besitzer des Grundstücks. Dehling machte es im Gespräch anschaulich: „Das Freibad wäre weg, die Gemeinde hätte 2,8 Millionen für den Rückbau bezahlt.“
Im Laufe der 50 Jahre gab es eine umfassende Maßnahme, die große Veränderung brachte. Vom Beginn des Freibadbetriebs an gab es eine elektrische Luftwärmepumpe, die jedoch, nach vielen Jahren im Einsatz, Abnutzungserscheinungen zeigte. Zu gute kam der Gemeinde, dass der Schulverband von elektrischen Speicheröfen auf Hackschnitzelheizung umstellte. Beide Seiten beschlossen einen Wärmeliefervertrag. Von der Schule zum Freibad wurde ein Nahwärmeleitung verlegt. Die Durchführung der Maßnahme erfolgte 2013 und 2014. Dieter Dehling fand lobende Worte für den Bademeister, den Beschäftigten der Gemeinde Herbert Dürgner, sowie die Mitarbeiter des Bauhofs, die trotz aller technischen Einschränkungen, für einen reibungslosen Badebetrieb sorgen.
Sehr positiv nahm Dieter Dehling die Worte von Thea Roth aus dem Sulzbach-Rosenberger Stadtteil Kauerhof auf, die seit Jahren, in der Badesaison, fast jeden Tag das Freibad besucht. Oberpfalzmedien hatte sie, um ihre Sicht der Dinge, gebeten. Sie meinte: “ Ich bin zum Schwimmen viel lieber in Illschwang als im Rosenberger Waldbad. Ich genieße die tolle Lage, die Grünflächen sind bestens gepflegt. Wenn ich mit meinen Enkeln komme, freue ich mich, dass das Nichtschwimmerbecken gut einsehbar ist. Wenn ich selbst schwimme, genieße ich die gute Wasserqualität. Ich habe keine Probleme, einen nahegelegenen Parkplatz zu finden. Für mich übt das Freibad einen gewissen Charme aus.“




