24 Nov. Waldbegang mit Pflanzaktion vom Gemeinderat Illschwang
Viel Interessantes, bezüglich eines zukunftsorientierten Waldumbaus, verbunden mit einer Pflanzaktion, erfuhren sechs Mitglieder des Gemeinderats Illschwang und Bürgermeister Dieter Dehling vom zuständigen Revierförster Kevin Kraus.
Treffpunkt war in einem gemeindeeigenen Waldstück bei Schöpfendorf. Dort waren seit vielen Jahren keine konkreten Maßnahmen durchgeführt worden. Deshalb sei im Spätsommer, so Kraus, dieser Bereich durchforstet worden. Der Waldbestand musste zunächst mit Rückegassen erschlossen werden, um die Fläche befahren zu können.
Auf dem Waldstück befanden sich größtenteils Fichten, sowie bereits vitalitätsgeschwächte Kiefern. „Die Fichten,“ merkte der Förster an, „sind, in Zeiten des Klimawandels stark in ihrer Existenz bedroht.“ Diese beiden Baumarten wurden bei der Umbaumaßnahme hauptsächlich entnommen. Erfreulich sei, dass auf dieser Fläche noch alte Buchen vorhanden sind, welche sich bereits wieder natürlich verjüngen.
„Zusätzlich zur Buche ist die Einbringung weiterer klimatoleranten Mischbaumarten, wie der Weißtanne und des Baumhasels geplant,“ führte Kraus weiter aus. Damit wurde bereits begonnen. Beim sogenannten „Tannensterben“ in den 1980er Jahren seien viele Weißtannen eingegangen. Diese Baumart finde man, in unseren Wäldern, nur mehr vereinzelt. Gegenwärtig erfolgt die Einbringung in den Wald meist kleinflächig, um für die nachfolgende Waldgeneration Samenbäume zu schaffen. In Zeiten des Klimawandels sei auch die Pflanzung der Baumhasel eine gute Maßnahme beim Waldumbau. Sie zeichnet sich durch große Toleranz gegenüber Hitze und Trockenheit aus.
Nach reichlich Theorie, ging es für Bürgermeister und Gemeinderäte in die Praxis. Sie waren für die Pflanzung bestens ausgerüstet und packten alle kräftig mit an. Auch dazu gab es vom Förster eine kurze Einführung. Er stellte verschiedene Pflanzverfahren vor und zeigte dazu auch das jeweils richtige Werkzeug. Zum Einsatz kamen Ballenpflanzen. Diese, so Kraus, schützen die Pflanzen besser vor Austrocknung. Im Wald kämen normalerweise eine klassische Lochpflanzung und eine Bohrerpflanzung zum Einsatz. Bei der Lochpflanzung wird durch zwei Stiche ein konisches Loch ausgehoben. Danach wird der Ballen in das Loch eingesetzt und dieses wieder mit der ausgehobenen Erde schichtweise verschlossen. Bei der Bohrerpflanzung kommt ein Schlagschrauber-Erdbohrer zum Einsatz. Nach dem Entfernen der Moosschicht wird ein Loch gebohrt, welches exakt den Abmessungen der Ballenpflanze entspricht.
Bei der konkreten Pflanzung kam bei den Beteiligten auch der Spaß nicht zu kurz. „Die Teilnehmer“, so Kevin Kraus, „vermittelten das Gefühl, mit der Aktion dem Wald etwas Gutes zu tun.“ Auch für die nächsten Jahre habe er Pläne, wie die Klimastabilität in den Waldgrundstücken der Gemeinde Illschwang weiter verbessert werden kann.
Kraus appellierte an alle Waldbesitzer den aktuell sehr guten Holzmarkt zu nutzen, um die teils enormen Holzvorräte in den Wäldern abzubauen. Er betonte: „Danach besteht die Möglichkeit, weitere klimatolerante Baumarten einzubringen und so standortgerechte Naturverjüngung etablieren.“ Wer seinen Wald für den Klimawandel fit machen will, sollte sich an den zuständigen Revierförster beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg-Neumarkt wenden. Dort gibt es Ratschläge, hinsichtlich der Vorgehensweise, sowie Hinweise auf aktuelle Fördermöglichkeiten.
Bürgermeister Dieter Dehling betonte, wie wichtig ein intakter Wald für die Region ist. Er betonte: „Gerade auch als wichtiger Erholungsfaktor muss er unbedingt erhalten und gestärkt werden.“ Sein Dank galt besonders Revierförster Kevin Kraus für den interessanten Vormittag. Lobende Worte gab es auch für die Waldbauernvereinigung (WBV) Illschwang/Birgland für die Abwicklung und Abrechnung der Umbaumaßnahme.
Zum Abschluss gab es, in Anbetracht der winterlichen Temperaturen, warme Getränke und als Stärkung eine Brotzeit.
von Norbert Weis



