Erweiterung des FF-Hauses und des Bauhofs, sowie Segnung des neuen Feuerwehrautos in Illschwang

Erweiterung des FF-Hauses und des Bauhofs, sowie Segnung des neuen Feuerwehrautos in Illschwang

Mit dem Erweiterungsbau der FF Illschwang und des Bauhofs, sowie der Anschaffung eines neuen Einsatzfahrzeugs für die Stützpunktfeuerwehr hat die Gemeinde Illschwang erfolgreich die Weichen für die Zukunft gestellt. Die offizielle Feier zur Fertigstellung, mit Weihe und Segnung, beginnt am Samstag, 13. Dezember um 14.30 Uhr.

In einem Gespräch mit Oberpfalzmedien erläuterten 1.Bürgermeister Dieter Dehling, 1.Kommandant Thorsten Jobst und Architekt Martin Kunert den Weg, bis zur erfolgreichen Verwirklichung des Projekts.

Ein Beratungsgespräch mit Besichtigung im Jahr 2021 durch den Kommunalen Versicherungsverband Bayern führte zu Überlegungen bei Gemeinde und FF Illschwang baulich am Feuerwehrhaus etwas zu verändern. Vor allem wies der Verband darauf hin, dass sich die Zufahrt der Aktiven, bei Alarmierungen, zum Feuerwehrhaus und den Parkplätzen mit den Verkehrswegen der ausrückenden Einsatzfahrzeuge kreuzen. Dies könne zu Gefährdungen führen.

Des Weiteren wurde darauf hingewiesen, dass sich der Bereich zum Umziehen in unmittelbarer Nähe der Fahrzeuge befindet, ein Umziehen, getrennt nach Geschlechtern, ist nicht möglich. Die sanitären Anlagen sind unzureichend. Zusammenfassend wird in der Stellungnahme betont, dass es erhebliche Sicherheitsmängel gebe.

Gemeinde und Stützpunktfeuerwehr wurde schnell klar, dass auf diese Situation reagiert werden muss und ein Um- und Anbau erforderlich ist. Bei den Überlegungen kam zusätzlich ins Spiel, dass es im Bauhof, unmittelbar darunter, ein platzmäßiges Defizit gibt. Dorf fehlt es auch an Umkleide- und Duschmöglichkeiten, sowie an Sozialräumen. Im Zuge der angedachten Baumaßnahme sollte auch in diesem Bereich etwas verändert werden.

Noch 2021 kam es zur Gründung eines Feuerwehrplanungsausschusses, der sich seitdem zu sieben Besprechungen traf, um die Umsetzung voranzubringen. Aus der Mitte des Gemeinderats kam der Vorschlag, bei MK Architekten in Sulzbach-Rosenberg bezüglich der Planung anzufragen. Das Unternehmen sagte zu: in Absprache mit der Feuerwehr erstellte Architekt Martin Kunert einen Vorentwurf. Es galt den Bedarf und die Anforderungen zu ermitteln.

Dies war die Grundlage für die Genehmigungsplanung und die Kostenberechnung. Einigkeit herrschte auch darüber, im Altbaubereich eine umfassende energetische Sanierung vorzunehmen.  Eine Herausforderung bei der Verwirklichung der Maßnahme stellten zwei unterschiedliche Nutzungsanforderungen dar. Diese spiegeln sich in der Wahl der verschiedenen Baumaterialien wider.

Im Bauhofbereich ging es um Robustheit des Gebäudes, deshalb entschied man sich für Stahlbeton. Anders stellte sich die Situation im Feuerwehrbereich dar. Dank sehr hoher Energieeffizienz fiel die Entscheidung für Holzrahmenbau mit Zellulosedämmung. Die in die Jahre gekommenen Holztore wurden durch neue energieeffiziente Sektionaltore ausgetauscht. Bezüglich der erforderlichen Höhe der Stürze für das neue Feuerwehreinsatzfahrzeug wurde um jeden Zentimeter gekämpft. Eingeplant wurde auf dem Flachdach des Anbaus eine PV-Anlage mit einem Leistungsvermögen von knapp 10 KW für den Eigenbedarf und die Lüftungsanlage. Zur Maßnahme gehörte auch die Schaffung eines Außenwaschplatzes mit Flüssigkeitsabscheider für die Fahrzeuge der Feuerwehr und des Bauhofs.

Start für die Baumaßnahme, nachdem Gemeinderat und Landratsamt das Projekt genehmigt hatten, war im April 2024. Da, mit Fertigteilen gearbeitet werden konnte, ging es zügig voran. Heizungstechnisch erfolgte der Anschluss an das, in der Nähe gelegene Biomasseheizkraftwerk. Die Energieeffizienz liegt, nach Abschluss der Baumaßnahme, weit unter den gesetzlichen Forderungen. Um stets eine optimale Abstimmung, zwischen allen Beteiligten zu erreichen, fanden jede Woche Besprechungstermine mit der Feuerwehr statt. Nach einer nur 14- monatigen Bauzeit waren energetische Sanierung des Altbaus, sowie des Anbaus abgeschlossen.

Neben der Baumaßnahme war die Beschaffung eines neuen Einsatzfahrzeugs, als Ersatz für das Löschgruppenfahrzeug LF 8, welches 1996 in Dienst gestellt wurde, in den letzten Jahren ein wichtiges Thema. Es war nicht mehr auf dem Stand der Technik und zeigte erhebliche Verschleißerscheinungen.

Bei einer Klausurtagung des Gemeinderats gab Kommandant Thorsten Jobst umfassende fachliche Erläuterungen. Noch im November 2021 fiel die Entscheidung für eine Ersatzbeschaffung.

Beim neuen Fahrzeug handelt es sich um den GW-L2 Gerätewagen Logistik. Das Besondere daran ist zum einen, dass es keinen Wassertank mehr gibt, zum anderen, dass es eine flexible modulare Beladung durch Rollcontainer gibt. Diese Container enthalten Elemente für unterschiedlichste Einsatzformen, wie Strom und Licht, Unwetter, Vegetationsbrandbekämpfung, sowie Schlauch mit 500 Meter Länge. Das Fahrzeug hat 320 PS, auf der Ladebordwand ist ein LED-Lichtmast fest installiert. Das Fahrgestell stammt von MAN Nürnberg, für den Aufbau sorgte die Firma Ziegler in Rendsburg.

Zur gleichen Zeit hatten sich Gemeinde und FF Neukirchen für genau das gleiche Fahrzeug entschieden. Durch die beiden baugleichen Beschaffungen und durch die interkommunale Zusammenarbeit gibt es vom Freistaat Bayern 10 Prozent mehr Zuschuss.

Über ein Fachbüro erfolgte die Ausschreibung für beide Fahrzeuge. Um sich bezüglich der Torhöhe absolut sicher zu sein, um ein problemloses Ein- und Ausfahren des GW-L2 Gerätewagens Logistik zu gewährleisten, erfolgte ein Ortstermin mit einem baugleichen Fahrzeug der FF Rosenberg. Dieser Test verlief positiv. In der Sitzung im Juli 2022 fasste der Gemeinderat Illschwang den Beschluss zur Beschaffung. Es erfolgte eine europaweite Ausschreibung. Anfang November holten beide Feuerwehren ihre Neuanschaffungen bei der Firma Ziegler in Rendsburg ab und brachten sie zu ihren Gerätehäusern.

Abschließend ein Überblick über die Kosten: beim Bauhof liegen, bezüglich der energetischen Sanierung, des Neubaus der Sanitäranlagen und Umkleiden, der Schaffung von Außenanlagen und der Honorarkosten bei 1.089.960 €, beim Feuerwehrhaus ergeben die Kosten für energetische Sanierung, für den Anbau, für die Außenanlagen und für die Honorarkosten insgesamt 1.417.502 €. Sowohl für die Maßnahmen am Bauhof und am Feuerwehrgerätehaus gibt es keine Zuschüsse.

Anders sieht es bei den Gesamtkosten von 565.848 € für das neue Feuerwehrfahrzeug aus. Die staatliche Förderung liegt bei einem Festbetrag von 60.801 €, vom Landkreis Amberg-Sulzbach gibt es 21.280 € und die FF Illschwang steuert 10.000 € bei. Die drei Positionen zusammen machen 92.081 € aus. Somit liegt der Anteil der Gemeinde bei 473.767 €.

von Norbert Weis