Pfarrvikar Yeruva lädt in Illschwang zu einem indischen Mittagessen ein

Pfarrvikar Yeruva lädt in Illschwang zu einem indischen Mittagessen ein

Es war eine Premiere für die Pfarrei und den Pfarrverband, zu dem neben Illschwang auch die Pfarreien Ursensollen und Kastl gehören. Aus allen drei Pfarreien waren über 100 Personen gekommen, um bei einem indischen Mittagessen dabei zu sein.

Die Idee kam vom indischen Pfarrvikar Yeruva, der seit September 2023 im Pfarrverband tätig ist. Er wohnt im Pfarrhof in Illschwang und so lag es nahe, zu dieser besonderen Veranstaltung in den Pfarrsaal der Patrona Bavariae einzuladen.

Der Saal bietet Platz für 100 Personen. Gespannt war das Organisationsteam, wie der Zuspruch sein würde. Alle, die kommen wollten, mussten sich in den drei Pfarreien vorher anmelden. Sehr schnell wurde klar, dass mit einem vollen Saal zu rechnen ist.

Im Gespräch mit Oberpfalzmedien erzählte Pfarrvikar Yeruva zunächst von seinem Weg nach Illschwang. In einem kleinen Dorf im Südosten Indiens, in ganz einfachen Verhältnissen aufgewachsen, besuchte er bis zur 10.Klasse die Schule, wobei weitgehend nur in der Muttersprache und ein wenig einfaches Englisch unterrichtet wurde. Nach einem weiteren Schuljahr, dann mit dem Schwerpunkt Englisch, hatte er das Abitur geschafft und trat in das Priesterseminar ein.

Nach einer 12-jährigen Ausbildung zum Priester erfolgte 2014 die Diakonen- und ein Jahr später die Priesterweihe. Je zwei Jahre war er in seiner Diözese zunächst als Kaplan und danach an einer anderen Stelle als Pfarrer tätig. 2019 erreichte ihm eine Anfrage seines Heimatbischofs, ob er bereit wäre in ein anderes Land zu gehen, in dem Priestermangel herrscht.

Damals waren es acht indische Pfarrer, die sich entschlossen, nach Deutschland zu gehen. Er kam in die Diözese Eichstätt. Zunächst galt es die deutsche Sprache zu lernen. Nach bestandener Prüfung kam er im September 2020 als Kaplan in den Nürnberger Pfarrverband Südwest-Stein. Nach einer Weiterbildung wechselte er 2023 in den Pfarrverband Illschwang-Kastl-Ursensollen.

Bezüglich seiner Kochfertigkeiten wies Pfarrvikar Yeruva darauf hin, dass es in den vier Jahren, in denen er als Priester in Indien tätig war, in den Pfarreien Familien gab, die ihm das Essen zubereiteten. In Deutschland war das plötzlich ganz anders. Eine Pfarrhaushälterin wollte er nicht. In seiner Wohnung in Nürnberg gab es eine Küche, in der er seine ersten Kochversuche startete. Mit der Zeit verbesserte er seine Kochkünste. Ihm schmeckt die indische und die deutsche Küche.

Nicht weit entfernt, war Allan, ein Priesterkollege aus seiner indischen Heimatdiözese, in der Pfarrei Pölling (Stadtteil von Neumarkt) tätig. Yeruva half Allan, wenn dort zu einem gemeinsamen Mittagessen eingeladen wurde. Umgekehrt war es genauso, wenn in der Pfarrei Südwest-Stein aufgetischt wurde. In Nürnberg gab es öfter ein solches Angebot.

Bei den Essen in seiner Pfarrei, bekam Yeruva große Unterstützung von einem indischen Ehepaar. Es hatte ihm auch fest zugesagt, ihn auch in Illschwang zu unterstützen. Doch ein plötzlicher Todesfall kam dazwischen, die beiden flogen zur Beerdigung in ihr Heimatland.

Erleichtert war Pfarrvikar Yeruva, dass indische Freunde und Bekannte sich bereit erklärten, ihn tatkräftig zu unterstützen. Somit stand der Veranstaltung am 3.Adventssonntag nichts mehr im Wege. Auch Pfarrer Johannes Arweck war von der Idee begeistert.

Richtig los ging es am Samstagvormittag mit dem Einkauf der Zutaten, größtenteils in speziellen indischen Geschäften. Am Nachmittag wurde das Gemüse geschnippelt und alles vorbereitet. Da die Küche im Pfarrzentrum Patrona Bavariae zu klein war, organisierte man zwei große Gaskochherde. Am Sonntag früh um 6 Uhr wurde mit dem Kochen begonnen. Um 10.30 Uhr war alles fertig und für das Buffett hergerichtet.

Das indische Essen gab es in verschiedener Art und Weise: Hähnchenfleisch in allen Variationen, Kartoffeln mit Zwiebeln, Spinat mit Linsen und Reis mit Gemüse. Als Beilage gab es „Papad“, ein dünnes indisches Brot, welches ebenfalls frisch zubereitet wurde Die Gäste waren vom Angebot begeistert. Es schmeckte ihnen vorzüglich. Am Schluss blieb nur ganz wenig übrig.

Für das Essen bat Pfarrvikar Yeruva um eine Spende für ein Schulprojekt in seinem Heimatdorf. Er hat dorthin sehr gute Kontakte. Immer wenn er, zwei Mal im Jahr, nach Indien fliegt, ist er dort oft zu Besuch und unterhält sich mit den Lehrern und den Kindern. Die Kosten, zum Beispiel für Bücher, Schreibzeug, Tische und Stühle müssen privat aufgebracht werden. In seiner Begrüßung zum Indischen Essen hatte Pfarrvikar Yeruva gesagt: „Eure Hilfe kommt dort an, wo sie am meisten gebraucht wird. Die Kinder haben, dank eurer Unterstützung, die Chance in einer besseren Welt zu leben.

von Norbert Weis