Übergabe des Förderbescheids für das Blockheizkraftwerk in Pesensricht

Übergabe des Förderbescheids für das Blockheizkraftwerk in Pesensricht

In einer ausgehobenen Baugrube, geht 2026, in Pesensricht ein, mit Hackschnitzeln betriebenes, Blockheizkraftwerk in Betrieb. Der Staatssekretär im Bayerischen Wirtschaftsministerium MdL Tobias Gotthardt überreichte den Förderbescheid. Die Anlage entsteht auf dem Grundstück von Peter Maderer. Für das Kraftwerk musste ein baufälliges Silo weichen. Als Vertreter der gegründeten Energie Pesensricht GbR nahm Thomas Markl den Förderbescheid über 145.000 € entgegen. Acht Pesensrichter sind unmittelbar Beteiligte.

Zur Übergabe des Förderbescheids durch den Staatssekretär waren, neben den Beteiligten, Vertreter aus der Politik, von den Firmen und von der Sparkasse Amberg-Sulzbach, zur Baustelle gekommen.

Danach lud die GbR zu einem Stehempfang mit Imbiss ein. Thomas Markl dankte den sieben Mitnutzern des Blockheizkraftwerks für die stets konstruktiven Gespräche bei der Verwirklichung Schritt für Schritt kam man voran, trotz manchmal unterschiedlicher Meinungen. Nach Informationsveranstaltungen, zunächst für alle Pesensrichter, kristallisierten sich die acht Beteiligten an der Baumaßnahme heraus.

MdL Tobias Gotthardt wies auf das Biowärmeprogramm der Bayerischen Staatsregierung hin, das sehr gut angenommen werde. Aus diesem Topf stammen auch die 145.000 € für das Blockheizkraftwerk. Das Programm aus dem Wirtschaftsministerium gibt es seit 2023. Der Staatssekretär erläuterte: „Es werden Gemeinden beim Umbau der Wärmeversorgung unterstützt. Die Förderung soll Anreize schaffen, fossile Anlagen durch effiziente Biomasseheizwerke zu ersetzen.“ Pesensricht ist die 116. Anlage, die gefördert wird.

Im waldreichen Bayern, so Gotthardt, werde schwerpunktmäßig auf Holz, als nachhaltige Biomasse, gesetzt. Es biete für Blockheizkraftwerke große Ressourcen. 70 Prozent der Wärmeerzeugung in Bayern erfolgt über diesen Rohstoff. Der Staatssekretär lobte die Pesensrichter: “ Es ist ein großartiger gemeinschaftlicher Ansatz, das Silo durch ein Blockheizkraftwerk zu ersetzen.“

Bürgermeister Dieter Dehling sprach von einem Meilenstein für Pesensricht. Er lobte die Staatsregierung für die finanzielle Förderung solcher Maßnahmen. In Illschwang selbst gebe es bereits fünf, in den übrigen Ortschaften acht Blockheizkraftwerke. Die Waldbauernvereinigung (WBV) Illschwang/Birgland sorge zuverlässig für passendes Material.

Stellvertretender Landrat Franz Mädler meinte, Pesensricht sei beispielgebend für andere Orte im Landkreis. Er dankte, dass sich die Landtagsabgeordneten beim Wirtschaftsministerium für die Förderung solcher Maßnahmen stark machen. Er wünschte der Energie Pesensricht GbR als Betreiber viel Glück.

MdL Harald Schwartz betonte, die Anlage sei zum einen ökologisch sinnvoll, aber auch ökonomisch notwendig. MdL Bernd Heinisch dankte den Pesensrichtern für ihren Mut, eine solche Maßnahme anzugehen und auch konsequent zu verwirklichen. Franziska Steinberger dankte, namens der Sparkasse Amberg-Sulzbach, für das Vertrauen der Betreiber, die Gesamtabwicklung der Finanzen, in die Hand der Bank zu legen.

Im Vorfeld erörterte Oberpfalzmedien mit Thomas Markl und Erwin Meyer, einem der Beteiligten, das Zustandekommen.

Ursprünglich planten nur Peter Maderer und Gerhard Meyer ein, mit Hackschnitzeln betriebenes, Heizkraftwerk. Erwin Meyer meinte: „Wir könnten doch eine Anlage für das ganze Dorf bauen.“ Die Idee fanden die beiden anderen gut. Man begann dafür Werbung zu machen. Mathias Pinzer kam mit ins Boot. In verteilten Flyern erfolgte die Einladung zu einer Informationsveranstaltung. Ca. 25 Pesensrichter waren mit dabei. Für fachlichen Hintergrund sorgte Erich Schober, der in Iber eine Heizungsbaufirma leitet.

Es folgte eine Bedarfsermittlung durch eine Fragebogenaktion. Bald kristallisierten sich die acht Person heraus, die an einer solchen Anlage tatsächlich interessiert waren. Nächster größerer Schritt war ein Vertrag, der mit Hilfe des Steuerbüros Irlbacher in Sulzbach-Rosenberg, erstellt wurde. Zum Vertragsabschluss kam es im Februar 2024. Damit war die Energie Pesensricht GbR gegründet.

Peter Maderer stellte eine Fläche zur Verfügung. Die Strecken zu allen Anschließern waren, von dort aus, nicht zu lang. Christian Heldrich, ebenfalls Beteiligter an der Anlage, fertigte den Plan. Der Gemeinderat Illschwang freute sich über die Eigeninitiative der Pesensrichter und stimmte zu. Etliche zusätzliche Forderungen gab es, von Seiten des Landratsamts, zu erfüllen.

Die geschätzten Gesamtkosten liegen bei ca. 600.000 €. Mit Unterstützung des Technologie- und Förderzentrums Bayern, erfolgte der Antrag an das Wirtschaftsministerium, auf Förderung des Projekts. Nach Prüfung der eingereichten Angebote, erhielten die Firmen den Zuschlag für die notwendigen Arbeiten.

Nach Abzug der Förderung durch das Wirtschaftsministerium bleiben noch ca. 450.000 € zur Finanzierung durch die acht Beteiligten. Durch die Gründung als GbR können noch einmal ca. 98.000 € abgezogen werden. Die Umlegung des noch offenen Betrags erfolgt durch die Begleichung der Kosten für die verbrauchte Menge.

von Norbert Weis